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Claus Prokop - Winterwhite Landscapes

Großformatige, nahezu monochrom wirkende Bilder kontrastieren nicht nur mit kleineren Arbeiten, sondern auch mit zarten, aus Draht, Metall und Fragmenten von Papierarbeiten gefertigten Objekten, die von kleinen Elektromotoren bewegt werden. Auch das Video "litze " entstand aus bereits vorhandenem Super-8 Filmmaterial, das am Computer animiert und digital vertont wurde.

Prokops Malerei basiert auf organischen Strukturen, die im Lauf der Zeit schrittweise abstrahiert werden. Waren seine frühen Bilder noch als an Farbfeldmalerei erinnernde Landschaftsbilder lesbar, so wurden spätere Arbeiten zu einem Mikrokosmos an unglaublicher Fülle und Dichte: Landschaft als Blick auf ihre innere Ordnung mit ihren das regelmäßig unregelmäßige Chaos widerspiegelnden Details in Form von unzählbaren Punkten und Kreisen, eng und Leinwand füllend nebeneinander gesetzt.

Diese konsequente Suche nach Struktur und Gliederung führt er nun auf überraschende Weise weiter, indem er seine vibrierenden Bildwelten neu schichtet, den Unter- bzw. Hintergrund wieder hervortreten lässt. Raum als solcher bekommt insgesamt eine andere Bedeutung.

Seine Herangehensweise ist sowohl formal als auch inhaltlich mit dem Thema Natur bzw. Landschaft verknüpft, wobei dessen narrative Bedeutung zurücktritt und zum großen Überthema und Ausgangspunkt für weiterführende Untersuchungen wird. So sind im Grunde genommen alle Bilder Skizzen für zukünftige Arbeiten. Dies führte dazu, dass äußere Einflüsse als Quelle immer mehr an Bedeutung verloren.

"Die Basis meiner Arbeiten sind vor allem meine Arbeiten - Autogamie* als künstlerische Strategie - und dies nicht nur in inhaltlicher Hinsicht " (Prokop).

So spannend sein Werk in seiner stringenten formalen und Material betonten Gegensätzlichkeit ist, so reizvoll verhalten, nahezu unaufgeregt wirkt es. Über Claus Prokop schreibt Robert Menasse 1998:"..... Ich glaube, dass Claus Prokop nichts anderes tut, als dies: Mit Misstrauen gegenüber der "eigenen Brille" alles neu zu sehen - und sich im Neugesehenen mit den Sehgewohnheiten auseinander zu setzen, sich durch sie im Ungewohnten zu orientieren....."

*autogam (gr.-nlat.) sich selbst befruchtend (Biol.), Autogamie, Selbstbefruchtung, geschlechtliche Fortpflanzung ohne Partner

Alexandra Grubeck zur Person und zum Schaffen von Claus Prokop 


Biografie Claus Prokop
1966 in Klagenfurt geboren
Studium der Architektur (TU Wien) und Malerei (Akademie der bildenden Künste Wien, Cooper Union New York)
Ausstellungen in Österreich, Deutschland und den USA
Diverse Preise u. a. Anerkennungspreis Bau Holding Kunstförderungspreis 2000,
Förderpreis Theodor-Körner-Fonds 2001